Nachdem sie schon zuvor einige Jahre in Fragen der Gemeindepastoral eng zusammengearbeitet und diverse Materialien veröffentlicht hatten, gründeten Leo Tanner, Klemens Armbruster, Marcel Bregenzer und Urban Camenzind-Herzog Ende der 90er-Jahre in der Ostschweiz den Verlag Biblische Erneuerung Leo Tanner GmbH (Verlag BE-Team), um eine Plattform zu schaffen, ihre gemeinsam über die Jahre erarbeiteten Materialien allen in der Gemeindearbeit Tätigen zugänglich zu machen.In den Folgejahren stießen noch Theresa Herzog und Hubert Lenz dazu. Ende 2005 erhielt der Verlag einen neuen Namen: WeG-Verlag. WeG steht für Wege erwachsenen Glaubens, der Name ist gleichzeitig auch das Programm.

 

Die Personen

 

Klemens Armbruster (*1958)

Priesterweihe 1988, Mitglied der Lebensgemeinschaft "Neuland". Nach der offiziellen Beauftragung 1992 Gründung des Mannheimer-Evangelisations-Teams (MET e.V.). Seit 2000 Diözesanreferent für "Wege erwachsenen Glaubens" des Erzbistums D-Freiburg i. Br. Seit 2001 zusätzlich Bischöflicher Beauftragter für den Ständigen Diakonat im Erzbistum Freiburg.

 

Marcel Bregenzer (*1954)

verheiratet und Vater von drei Kindern, gelernter Hochbauzeichner und Meisterlandwirt, Theologe, Ständiger Diakon seit 2004. Er ist Geschäftsführer der "Arbeitsstelle für Pfarrei-Erneuerung" in CH-Sursee und seit 1985 als Referent für Glaubensseminare in verschiedenen Pfarrgemeinden tätig.

 

 

Urban Camenzind-Herzog (*1949)

verheiratet und Vater von drei Kindern. Er arbeitete als Betreuer von geistig und körperlich behinderten Menschen, Studium der Theologie, Ständiger Diakon seit 1984. Er ist Mitarbeiter der "Arbeitsstelle für Pfarrei-Erneuerung" und bischöflich Beauftragter der Diözese Basel für die "Erneuerung aus dem Geist Gottes" (CE).

 

 

Theresa Herzog (*1954)

Rechtsanwältin, Mediatorin und Theologin TKL, war bis 2000 hauptsächlich für den Umweltschutz im Rahmen internationaler Vertragsverhandlungen tätig. Sie arbeitet seit 2001 hauptberuflich an der Umsetzung des WeG-Konzeptes in Pfarreien der Nord-Ost-Schweiz. Seit 2002 ist sie Vize-Präsidentin des diözesanen Seelsorgerates des Bistums Basel.

 

Hubert Lenz (*1952)

Pallottiner, Priesterweihe 1978, seit 1991 Professur an der Phil.-Theol. Hochschule Vallendar (bei Koblenz/Rh.), Initiator des "Vallendarer Glaubenskurses" (seit 1992), 1994-2002: Aufbau und Leitung der mit der Hochschule verbundenen Tagungsstätte "Forum Vinzenz Pallotti", seit 2003 neben der Professur vorrangig tätig im Bereich evangelisierender Pastoral für Erwachsene.

 

Leo Tanner (*1953)

ist seit 1980 katholischer Priester des Bistums St. Gallen. Seit 1998 ist er im Teilpensum Pfarrer in CH-Jonschwil. Er ist geistlicher Leiter der "Bibelgruppen Immanuel". Seit 1987 entwickelt und leitet er Glaubensseminare.

 

 

 

 

Wege erwachsenen Glaubens

Der christliche Glaube heute ist geprägt von säkularer Christentümlichkeit. Die einst stabilen Milieus haben sich aufgelöst. Kultur und Religion bilden keine Einheit mehr. Die heutigen Lebensumstände und das eigene Selbstverständnis bewirken in vielen Menschen keinen selbstverständlichen Glauben. Deshalb kommen viele Getaufte ohne existentielle Glaubenserfahrungen zu den Sakramentenvorbereitungen. Dort sollte das weitergeführt und vertieft werden, was nicht grundgelegt wurde. So kommt es, dass in vielen Fällen die Erstkommunion auch schon die Letztkommunion ist, die Firmung den Schlusspunkt der kirchlichen Praxis bildet oder die Beerdigung die Tür zur Reinkarnation darstellt. Als ob sich nichts verändert hätte, ist die Sakramentenkatechese bis heute die zentrale Methode geblieben, um Menschen weiterzuführen. Dabei fehlt vielen die Grundeinführung in den christlichen Glauben durch katechumenale Glaubenswege. Dazu kommt, dass die Glaubenskatechese sich meist auf die Kinder- und Jugendstufe beschränkt. So gibt es in vielen Pfarrgemeinden wohl Weiterbildungsangebote, aber kaum Angebote, die Erwachsenen die Einführung in die christliche Grunderfahrung ermöglichen. Zurück bleibt die Fassade einer säkularen Christentümlichkeit.

 

Unsere Vision: Spirituell erfahrene Gläubige

Hoffnungsvolle Ansätze zukunftsfähiger Wege sind bereits heute sichtbar, wie z.B. verschiedene pastorale Initiativen, die neuen geistlichen Bewegungen und Gemeinschaften, basisgemeindliche Projekte oder die Familienkatechese. Sie alle verstehen die Weitergabe des Glaubens als Einführung des Menschen in sein ureigenstes Lebensgeheimnis. Anders als in spirituell erfahrenen Gläubigen wird der christliche Glaube das Morgen kaum erreichen. Damit ist das Kernproblem und die Herausforderung für die Kirche benannt: Die Weitergabe des Glaubens an Erwachsene, die mit oder ohne religiöse Erziehung groß geworden oder gar religionslos geblieben sind. "Wege erwachsenen Glaubens" (WeG) sind der Schlüssel für lebendige und wachsende Gemeinden.

 

Unsere Konkretion: WeG-Seminare

Glaubensseminare in Form von WeG-Seminaren haben sich als fruchtbare Methode erwiesen, um speziell Erwachsenen neue persönliche Glaubenserfahrungen zu ermöglichen. Glaubensseminare haben nicht zum Ziel, Glaubensinhalte als Wissen zu vermitteln. Sie wollen vielmehr einen inneren Prozess anstoßen. Der Einzelne soll zu einer tragfähigen Beziehung zum lebendigen Gott hingeführt werden. Ein Glaubensseminar will Glauben wecken. Gerade Fernstehenden oder Menschen, die vor der Aufnahme ins Katechumenat stehen, wird ein Weg eröffnet, Anschluss an lebendige Glaubensgemeinschaften zu finden. Pfarrgemeinden werden neues Leben entfalten, wenn ihre Gemeindemitglieder neues Leben in sich tragen.

 

Unser differenziertes Materialangebot richtet sich an pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich Gedanken machen, wie heute erwachsene Menschen neue Freude am Glauben entdecken können. Die Arbeitshilfen haben sich im deutschsprachigen Raum bereits etabliert und bewährt. Wer pastoral interessiert ist und sich mit Wegen erwachsenen Glaubens vertraut machen will, findet ein komplettes Aufbaukonzept:

 

Die praxisbezogenen Grundlagen für die Durchführung von Glaubensseminaren finden sich im Heft "Leitfaden zum Pastoralkonzept >Wege erwachsenen Glaubens<" und in den Werkmappen zum Pastoralkonzept "Wege erwachsenen Glaubens".

 

Mit den beiden Einstiegsseminaren "Neu anfangen" und "Komm und sieh!" lässt sich gut beginnen.

 

Lebendiger Glaube will wachsen und sich entfalten. Dafür eignen sich die Vertiefungsseminare "Vater unser" und "Eucharistie - ein Weg der Wandlung".

 

Im Anschluss an solche Seminare wächst in vielen das Bedürfnis, auf dem neuen Weg mit anderen weiterzugehen. Dem dienen die Materialien zur Weiterführung in gemeindlichen Kleingruppen.

 

Dieses bewährte Konzept ist keine kurzatmige Pastoral, sondern ein Schlüssel für lebendige und wachsende Gemeinden. Hier beispielhaft zwei Erfahrungsberichte von Pfarrern:

 

Dynamisches Gemeindewachstum

"Vor zehn Jahren habe ich mit den Materialien des BE-Teams zu arbeiten begonnen. Ich hatte nach einer Möglichkeit gesucht, wie es auch Erwachsenen ermöglicht werden kann, eine persönliche Glaubenserfahrung zu machen. Neben der ganz normalen Seelsorge und Sakramentenpastoral habe ich 1992 in der jetzigen Pfarrei angefangen, Glaubenskurse durchzuführen. Aus den Teilnehmern dieser jährlich stattfindenden Glaubensseminare haben sich inzwischen 15 neue Kleingruppen gebildet, in dnen miteinander Glauben, Bibel und Leben geteilt wird. Insgesamt haben die Glaubensseminare das Klima und das Leben in der Pfarrei merklich verändert: sei es z. B. im Kirchenchor, in der Sakramentenkatechese, in neuen Musik- und Krabbelgruppen oder im caritativen Engagement. Die kontinuierliche Arbeit mit den Glaubensseminaren hat bei uns zu einem dynamischen Gemeindewachstum geführt."

(Franz Wehrle, Pfarrer der größten Pfarrei in Mannheim mit hohem Arbeiter-, Aussiedler- und Ausländeranteil)

 

Solide Glaubensbasis - Freude an Gott

"Im Leiden an der Gottvergessenheit unserer Zeitgenossen und im Suchen nach Möglichkeiten, den Glauben zu wecken und zu stärken, bin ich auf die Kursunterlagen des BE-Teams gestoßen. Eine Ordensfrau brachte mir einen Kursordner, wo er zuerst im Bücherregal eine Bleibe fand. Die Jugendlichen waren die ersten, die mehr über Gott wissen wollten. Mit ihnen begann ich den ersten Kurs. Es folgten weitere. Mit diesen Seminaren hatte ich ein solides Instrumentarium, um die Menschen in eine persönliche Christusbeziehung zu führen und gleichzeitig Mitarbeiter für die Pfarrei zu gewinnen. In einer Zeit der Glaubenskrise und der Suche nach Spiritualität vermitteln diese Kurse mit ihrem existentiellen Ansatz ene solide Glaubensbasis, Freude an Gott und am Leben."

(Wendelin Bucheli, Pfarrer in Fribourg/CH)